Als im Rahmen der Ausstellung "blue notes & quiet lines" im BA-CA Kunstforum Wien und beim Salzburger Die Formation Go Bow existiert seit 1999 und besteht aus bekannten Grössen der jungen österreichischen Jazzszene. (Thomas Gansch, Georg Breinschmid, Heimo Wiederhofer, Michael Hornek und Klaus Wienerroither)

Der Komponist und Gitarrist Klaus Wienerroither widmete sieben Kompositionen verschiedenen MusikerInnen. Diese musikalischen Portraits waren Ausgangspunkt und Inspirationsquelle für sieben namhafte österreichische Maler: Adolf Frohner, Jürgen Messensee, Jürgen Schiefer, Hans Staudacher, Reimo Wukounig, Peter Pongratz und Gunter damisch steuerten zu jeder Komposition Bilder bei. Diese Werke wurden von Protagonisten der Wiener Elektronikszene akustisch interpretiert, wodurch sieben neue Musikstücke entstanden. Beteiligt waren Patrick Pulsinger, Erdem Tunakan, Cay Taylan, Waldeck, Madrid De Los Austrias und UKO.

Die Fotografin Helene Waldner hat die Interaktion dokumentiert. Grossformatige Portraits der beteiligten Akteure ergänzten den Blick auf das interdisziplinäre Kunstwerk.

Im Rahmen der CD Präsentation fand eine Vernissage der im Zuge dieser CD Produktion entstandenen Bilder im ÖBV Atrium (1010 Wien, Grillparzerstrasse 14) statt. Im Anschluss waren die Sountracks im Porgy&Bess parallel zu grossformatigen Bildprojektionen zu hören.

Jürgen Schiefer: "Lobo"

Bei "Lobo" handel es sich wahrscheinlich um eine der komplexesten künstlerischen Genesen dieses Projektes. Obgleich nämlich Wienerroithers wunderschöne Ballade wie aus einem Guss daherkommt, wird sie von Jürgen Schiefer in sieben Stimmungen tranchiert, deren Ganzes, wie eben auch beim zugrunde liegenden Original mehr ist, als die Summe seiner Teile. Es bedarf dabei schon der grossen Sensibilität Schiefers - selbst Geiger und zusammen mit der österreichischen Jazzsängerin Christine Jones in zahlreiche Soundpainting-Projekte involviert - die subtil dargestellten Kapitel von "Lobo" zu apperzipieren und in ihrer Vielschichtigkeit einer Ordnung folgend aufzubauen. Im Prinzip variiert Schiefer hier seriell Formen eines weiblichen Torsos (obwohl er nicht wusstem dass Wieberroithers Komposition einer Pianistin gewidmet ist), denen er eine irgendwie schmerzvolle Note verleiht. Dabei stellen jene Arbeiten, die Farbe Rot beinhalten, rahmengebend jeweils sowohl den Beginn als auch das Ende dar. Es ist schlicht unglaublich, wie Erdem Tunakan die melancholische Stimmung und die Tranchen "Lobos" versteht, weiter aufnimmt und sie zu einem Stück zusammensetzt, die der Verletztheit des Originals in nichts nachsteht.