HEAR THE COLOURS AND SEE THE MUSIC!

Klangmalerei wurde schon am Anfang der Moderne vom Österreicher Oskar Rainer zur interdisziplinären Kunstform erhoben. Später dann von Berta Ernst weiterentwickelt und eigentlich seit dem Cro-Magnon Menschen bis heute von Künstlern und Herr und Frau Jedermann bewusst oder unbewusst ausgeübt.

Christine Jones und Jonesmobile präsentieren seit 1985 diese multimediale Aktion des Soundpaintings auf ungezählten Tourneen rund um den Globus. Sie sind mit dieser Interaktion ein fixer Bestandteil der Organisation Very Spacial Arts International der John F. Kennedy-Stiftung in Washington D.C.

Seit 2000 in Hongkong wirkt Jürgen Schiefer erfolgreich mit Christine Jones an der grafischen wie malerischen Umsetzung ihrer Musik mit.

Zwei österreichische Künstler bei den Kennedys
Soundpainting in Hongkong


Sie unterrichtet bildnerische Erziehung an einem Gymnasium in Wien. Er tut es ihr in Mödling gleich. Sie stammt aus Salzburg, er aus Graz. Sie zählt zur heimischen Elite des jazzigen Rhythm & Blues, er zu den angehenden Stars der Maler-Szene: Christine Jones und Jürgen Schiefer. Gemeinsam vertraten sie auf Einladung von Jean Kennedy-Smiths "Very Special Arts International" zwischen 12. und 15. Jänner 2000 Österreich bei einem ganz besonderen Workshop in Hongkong: Very spezial Arts International ist eine 1974 gegründete Stiftung der jüngeren Schwester von John F. Kennedy, bei der sozial engagierte Künstler aus allen Sparten integrativ mit Behinderten und Nichtbehinderten zusammenarbeiten.

Malen und Musik im Dienst der Heilung. Nicht nur der Verstand wird dabei naturgemäss angesprochen, sondern insbesondere das Gefühl und der Körper. Jones: "Die Musik geht unter die Haut und in die Beine. Wer, auch wenn er behindert ist, kann da schon ruhig sitzen? Der ganze Körper wird aktiv und Tanz, Mimik, und Gestik, sogar Gesang und Sprache fliessen in den Gestaltungsprozess ein". Drei Tage lang stand die Kraft des Rhythmus, der Linie und Farben im Mittelpunkt der Arbeit. "Wir sangen und tanzten wie die Kinder, malten mit Fingern und Händen, und es wurden Freundschaften geschlossen. Weit über Grenzen und Kontinente hinweg".

Die Sache klingt relativ einfach: Die Teilnehmer übersetzten Musik und Rhythmus simultan auf Papier oder andere Bildträger. Dabei wird, so Jones, "gleichsam ein Psychogramm des augenblicklichen seelischen Zustands gezeichnet und gemalt" ­ und dadurch auch letztlich eine heilende Wirkung erzielt. Nichts neues mehr, denn seit geraumer Zeit bedient sich auch die Psychotherapie dieser allumfassenden Kunstform.

"Die Synthese aus Klang und Farben beflügelte schon seit jeher viele Künstler", fügt Schiefer hinzu: "Picasso glich in seiner Pinselführung einem Dirigenten, Cezanne schrieb eine Studie musikalischen Ausdrucks, Kandinsky malte zur Musik und illustrierte Beethoven, Chagall wollte eigentlich Geiger werden und Eisler hatte eine vorliebe für Jazz. Der Zusammenhang zwischen Musik und Bildnerischer Kunst ist offensichtlich."